
Hallersteiner Nachtkonzerte – das bedeutet seit vielen Jahren laue Sommerabende, eine vom Kerzenschein stimmungsvoll beleuchtete Dorfkirche und wunderbare, zu dieser Atmosphäre passende Musik. Auch in diesem September nutzten wieder zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, für eine Stunde den Alltag hinter sich zu lassen und sich in eine andere Welt entführen zu lassen.

Den Anfang machte am Samstag, 5. September 2026, das Ensemble „Fichtelgebirgs-Klezmorim“. Barbara Benker (Violine, Gesang), Heinz Fraas (Klarinette, Gesang), Christine Pickert-Martschin (Klavier) und Manfred Martschin (Akkordeon) begeisterten und berührten das Publikum mit traditionellen jiddischen Liedern und hebräischen Volksweisen. Diese spiegeln ausgelassene Lebensfreude wider, erzählen aber auch von tiefer Verzweiflung. Beim bekannten Volkslied „Hava Nagila“ sangen die Menschen in der gut besuchten Kirche mit großer Freude mit.

Die Cellistin Iryna Savchenko und der Gitarrist Oleksandr Kondratiev, die auch als Duo SUN and MOON auftreten, gestalteten das nächste Hallersteiner Nachtkonzert am Samstag, 12. September. Im ersten Teil ihres abwechslungsreichen Programms erfreuten sie die Konzertbesucherinnen und -besucher mit bekannten Stücken, darunter Pachelbels „Kanon in D“, das „Ave Maria“ von Bach/Gounod und „Der Schwan“ aus Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“. Im zweiten Teil erklangen Kompositionen von Oleksandr Kondratiev. Technisch raffiniert in der Gitarre und ausdrucksstark im Cello präsentierte das Duo unterschiedliche Stücke, die durch ihren Schwung mitrissen und in stimmungsvollen Bildern zum Nachdenken anregten.

Auch im letzten Konzert der Reihe, am Samstag, 19. September, konnte das Publikum den Klang des Violoncellos genießen. Irene von Fritsch musizierte zusammen mit der Querflötistin Anja Weinberger. Das bestens aufeinander eingespielte Duo wartete mit einem Konzert unter dem Motto „Von Telemann bis Ternes“ auf. Beginnend mit der „Prachtentfaltung des Spätbarock über intime Kammermusik der noch früheren Jahre bis hin zu den lautmalerischen, spannungsreichen Musikerzählungen unserer Zeit“ spannte sich der Bogen, so Anja Weinberger. Die Flötistin führte auch mit interessanten Hintergrundinformationen durch das Programm. Ein Schwerpunkt lag dabei auf Werken von Komponistinnen. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche bei den hervorragenden Musikerinnen für diesen inspirierenden Abend.

Der Tonkünstlerverband Oberfranken e.V., der die traditionsreiche Reihe nun seit mehreren Jahren in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Hallerstein durchführt, freut sich bereits auf die Hallersteiner Nachtkonzerte im kommenden Jahr und dankt dem Gesamtleiter Christopher von Mammen für sein Engagement. – Susanne Bieler
